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„Weg mit dem Ungeziefer!“

Hasskommentare aus Sicht der Nutzenden: Bewertung und Meldeverhalten

Claudia Wilhelm, Isabell Ziegler & Sven Jöckel
 

Berlin, 2019
DOI 10.17174/dcr.v6.11 (SSOAR)

Zusammenfassung: Hasskommentare in sozialen Medien und in den Kommentarbereichen von Nachrichtenwebseiten haben zu einer Debatte über inzivile Formen politischer Online-Partizipation geführt. Im vorliegenden Beitrag untersuchen wir, wie Devianzmerkmale und Neutralisierungstechniken in potenziellen Hasskommentaren die Bewertung und das Melden solcher Kommentare durch die Nutzenden beeinflussen. Dabei unterscheiden wir Kommentare nach Art der Normverletzung, Subtilität, Opfertyp und dem Vorhandensein von Rechtfertigungen oder Entschuldigungen. Ergebnisse einer Online-Befragung (n = 457), die ein wahlbasiertes Conjoint-Design beinhaltete, legen nahe, dass Gewaltaufrufe mit höherer Wahrscheinlichkeit gemeldet werden als Verschwörungstheorien, Gerüchte, Beleidigungen und Agitation. Direkte Normverstöße wurden häufiger gemeldet als indirekte Normverletzungen. Hasskommentare wurden eher akzeptiert, wenn sie eine Rechtfertigung oder Entschuldigung enthielten. Der Opfertyp hatte keinen Einfluss auf die Bewertung und das Melden von Hasskommentaren.
 

 


Dr. Claudia Wilhelm ist akademische Rätin (a. Z.) am Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Erfurt

Dipl.-Medienwirtin Isabell Ziegler ist Promovendin im Nachwuchskolleg „Communication and Digital Media“ der Universität Erfurt

Dr. Sven Jöckel ist Professor für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendmedien am Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Erfurt


Wilhelm, C., Ziegler, I., & Jöckel, S. (2019). „Weg mit
dem Ungeziefer!“. Hasskommentare aus Sicht der Nutzenden: Bewertung und Meldeverhalten. In I. Engelmann, M. Legrand, & H. Marzinkowski (Hrsg.), Politische Partizipation im Medienwandel (S. 277-297). doi: 10.17174/dcr.v6.11


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